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Wissenschaft  Was Hänschen nicht lernt ...


© pixelio.de

... lernt eben Hans. Und neue Besen kehren nicht immer besser ... So wie diese beiden Redensarten werden noch viele andere umgeschrieben werden, wenn man sich an die Empfehlungen der "Akademiengruppe Altern in Deutschland" der Leopoldina hält. Rund 30 Wissenschaftler aus zehn Disziplinen, angefangen von den Neurowissenschaften über die Medizin und die Psychologie zur Soziologie, Ökonomie, der Betriebswirtschaft, der Philosophie, Geschichte, haben festgestellt, dass der Gewinn an Lebenszeit ein noch unausgeschöpftes Fortschrittspotenzial darstellt und räumen mit unzulässigen Vorurteilen auf. Zusammengefasst in einer Arbeit mit dem passenden Namen "Gewonnene Jahre" wird auf die Themen Arbeit, Lernen, Betrieb, Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Kommunen, Familie, Ehrenamt, Politik und Altersbilder eingegangen.

 

In den letzten 150 Jahren haben wir 45 Lebensjahre an durchschnittlicher Lebenserwartung hinzugewonnen, und zwar überwiegend gesunde Jahre. Dieses Geschenk steht in eklatantem Widerspruch zur überkommenen Lebensauffassung, nach der eine Phase der Ausbildung in der Jugend, gefolgt von einem langen Erwerbsleben als Erwachsener, einem bestenfalls einige wenige Jahre des Ausruhens nach dem Ende des Arbeitslebens bescherte. Wenn dagegen heute jemand in Deutschland 60 Jahre alt geworden ist, hat er oder sie im Durchschnitt noch ungefähr 28 Jahre zu leben.

Hinzu kommt, dass wir uns über die vergangenen Generationen hinweg auch biologisch „verjüngt“ haben: Die heute 60-Jährigen sind in etwa fünf Jahre jünger als die 60-Jährigen der Generation davor.

Polemiken wie sie in der Rede vom „Krieg der Generationen“ oder von der „vergreisenden Gesellschaft“ zum Ausdruck kommen, treffen ins Leere. Die Errungenschaften des Wohlfahrtsstaats lassen sich mit einer alternden und abnehmenden Bevölkerung grundsätzlich genauso erhalten wie das Wohlstandsniveau. Voraussetzung ist allerdings, die Anzahl der Beschäftigten zu vergrößern und ihre Produktivität zu erhöhen. Zweifellos gibt es auf dem deutschen Arbeitsmarkt Reserven bei den über 55-Jährigen, bei Frauen und bei Migranten. Wir müssen aber auch die Volkswirtschaft und die einzelnen Betriebe, das System der Aus- und Weiterbildung und die Gesundheitsvorsorge anpassen. Gleiches gilt für Elemente der Zivilgesellschaft, etwa die Unterstützung von Familien.

Lohnender Lesestoff für alle, die sich mit dem Gesamtfeld des demographischen Wandels auseinandersetzen. 

Sie können Sie die Studie hier kostenlos downloaden:

www.altern-in-deutschland.de/pdf/publikationen/NAL371Bd9.pdf

 

 

 Doris Lulay, Redaktion
10.12.2009

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